Schatzjäger verborgener Kulturwelten im Sozialraum

Die Kinder und Jugendlichen suchen in der Form einer Educaching-Schatzsuche in ihrer Umgebung Orte auf, an denen die Kulturwelten Musik, Bildende Kunst, Esskultur und Natur- und Kulturlandschaft erlebbar werden. Es ist angedacht pro Kulturwelt zwei bis drei Missionen anzulegen. Eine Mission kann an einem Nachmittag mit den TeilnehmerInnen durchlaufen werden. Jede Mission besteht aus mehreren Orten (=Stationen), die zusammen eine GPS-Route ergeben und auf dem Webportal www.wirbildendeutschland.de angelegt wird. Mithilfe der APP BSFV Scout können die TeilnehmerInnen die einzelnen Stationen aufsuchen.


An den Stationen erwarten die TeilnehmerInnen kleine Aufgaben, die sie lösen müssen. Dies ermöglicht den TeilnehmerInnen, sich aktiv mit dem Ort auseinanderzusetzen. Die App BSFV Scout bietet fünf Aufgabentypen für eine Station an:


Lösen der Aufgabe durch

  • einen Text
  • Multiple Choice Antwort
  • Anfertigen von Fotos
  • Audio Aufnahme
  • Herstellen eines Videos

 

(siehe www.wirbildendeutschland.de/bedienungsanleitung/scout-app.html).

 

Für eine Mission kann ein Aufgabentyp im Vordergrund stehen, z.B. kann man eine Mission als eine Fotoreportage gestalten, oder die Aufgabentypen wechseln sich ab. Es ist auch möglich, dass an den Stationen Vertreter der jeweiligen Kulturwelt anzutreffen sind, die die TeilnehmerInnen beim Erleben der Kulturwelt anleiten. Mithilfe des Tablets wird das Erlebte auch aktiv festgehalten (z.B. Interviews, Fotos usw.) und kann in die Abschlussdokumentation miteinfließen (z.B. Fotobuch, Plakate, Video).


Sobald die Aufgabe gelöst ist, bekommen die TeilnehmerInnen die GPS-Koordinaten der nächsten Station. Die gewonnenen Erfahrungen sind der Schatz, den die TeilnehmerInnen zusammen heben. Für die Missionen können je nach Kulturwelt verschiedene Orte als Stationen dienen.

 

Beispiele für Missionen und Stationen können wie folgt sein:

 

Kulturwelt

Mission

Stationen

Musik

Musik erleben.

An den aufgesuchten Orten wird Musik geschaffen, z.B. Orgel in der Kirche, Musiker, Radio.

Der Klang meiner Umgebung.

Die TeilnehmerInnen werden zu "klangvollen" Orten geführt und müssen dort verschiedene Geräusche aufnehmen.

Bildende Kunst

Kunstfotografen unterwegs.

Die Orte sind Kunst- und Bauwerke. Die TeilnehmerInnen bekommen die Aufgabe gestellt, Fotos zu machen.

Kunstschaffende erleben.

An den aufgesuchten Orten wird Kunst geschaffen, z.B. in Werkstätten. Videos werden angefertigt, Interviews geführt, die später zu einer Reportage zusammengeführt werden können.

Kunstwerke? Hier?

Die Orte können Kunstwerke berühmter Künstler sein, Bauwerke, Street Art oder Museen.

Esskultur

Was isst du?

Die TeilnehmerInnen werden nacheinander zu verschiedenen Esskulturen (z.B. Restaurants) geführt.

Woher kommt mein Essen?

Es werden Orte aufgesucht, an denen die Herstellung von Nahrung erlebbar wird. Das kann ein Bauernhof sein, eine Bäckerei oder ein Supermarkt.

Natur- und Kulturlandschaft

Natur trifft Kultur.

Die TeilnehmerInnen suchen Orte auf, in denen die Natur sichtbar ist, z.B. Wald, Stadtgarten, Fluss.

Spurensuche in   die Vergangenheit

Es werden Orte erkundet, die stark durch den Menschen geprägt sind z.B. Keltengrab oder Baustelle.

Format


Die Maßnahme kann wöchentlich oder kompakt als Ferienangebot durchgeführt werden. Maximal kann die Variante A 54 Zeitstunden umfassen. Empfohlen werden 40 Zeitstunden. An der Maßnahme können maximal 15 Kinder und Jugendliche teilnehmen. Zur Einführung treffen sich die TeilnehmerInnen und lernen das Thema Geocaching und die zu entdeckenden Kulturwelten kennen. Darauf folgend begeben sich die Kinder und Jugendliche auf verschiedene Missionen, suchen die Stationen auf und Lösen die gestellten Aufgaben. Für jede Mission ist bei einem wöchentlichen Angebot ein Nachmittag á 3 h einzuplanen, in einem Kompaktangebot von bspw. 2 Wochen können es auch ca. 5 h sein. Zwischen den einzelnen Missionen sollte Zeit eingeplant sein, um das Erlebte mit den TeilnehmerInnen zusammen zu reflektieren und zu diskutieren. Dies kann entweder im direkten Anschluss an die Mission geschehen oder es werden Nachmittage als Vertiefungseinheiten eingeplant, die allein der Reflektion und der Diskussion des Erlebten dienen.


Zum Abschluss der Maßnahme ist vorgesehen, dass die TeilnehmerInnen das Erlebte in einem Abschlussdokument aufarbeiten. Dies kann beispielsweise eine Collage mit den gemachten Bildern, Geräuschen oder Videos sein (z.B. ein Fotobuch, ein kleines Video untermalt mit eigener Musik oder eine Zeitschrift über die Schatzsuche, Texte mit Fotos). Für das Anfertigen der Abschlussdokumentation sollte ebenfalls genügend Zeit eingeplant werden.

Die Kinder und die Jugendlichen werden von zwei pädagogischen Fachkräften begleitet. Die Fachkräfte unterstützen die Kinder und Jugendliche bei ihrer Schatzsuche und bei der Vor- und Nachbereitung des Erlebten. An den Stationen ist die Einbindung von ehrenamtlich tätigen Personen möglich.

 

 

Empfohlene Altersgruppe


6 - 16 Jahre

 


Ziele


Angeleitet durch die Leitfragen "Wo leben wir? Woher kommen wir?" entdecken und erkunden die Kinder und Jugendlichen die unterschiedlichen Kulturwelten in ihrem Sozialraum (Dorf, Stadtteil, Milieu).

 

  • Wahrnehmung der Kulturwelten in ihrer Differenziertheit
  • Darstellung der Vielfalt der Kulturwelt gegenüber den Kindern und Jugendlichen
  • Aktive Auseinandersetzung mit dem Thema Kultur
  • Förderung von Fähigkeiten praktische Aufgaben in der Gruppe zu lösen
  • Vertiefung medienpraktischer Fähigkeiten

 

 

Pädagogisches Konzept


Ganz im Sinne der Erlebnispädagogik ist die Maßnahme für die Kinder und Jugendliche ein "Erlebnis". Sie erfahren die Kulturwelt und ihre Umgebung persönlich und erarbeiten an den Orten eigene und direkte Lernerfahrungen. Gleichzeitig agieren sie beim Erkunden ihrer Umgebung und Lösen der Missionen als Teil einer Gruppe, so dass auch soziale Kompetenzen gefördert werden. Gemeinsam, unter Anleitung der pädagogischen Fachkräfte wird das Erlebte reflektiert und diskutiert. Neue Perspektiven entstehen mit Bezug auf die eigene Situation und das Leben in ihrem Sozialraum.

 


Zuwendungsfähige Ausgaben


Jede Maßnahme wird bei 54 Zeitstunden mit durchschnittlich 5.105 EUR Fördersumme vorkalkuliert.


Die Ausgaben für die Honorarkräfte können bei 54 Zeitstunden max. 4.320 EUR betragen.
z.B. Honorar für pädagogische Fachkraft 40 EUR/h x 54h
       Honorar für pädagogische Fachkraft 40 EUR/h x 54h


Ehrenamtliche Aufwandsentschädigung Max. 20 h x 7,50 EUR/h = 150 EUR, z.B. für die Begleitung oder Anleitung der Kinder und Jugendlichen vor Ort.

 

Die Sachausgaben sind mit durchschnittlich 635 EUR als Fördersumme kalkuliert (Reiseausgaben, Materialausgaben für die Dokumentation, Materialverwendung für das Projekt, Eintrittsgelder, Nutzungsgebühr bspw. für Räume)

 

Verwaltungspauschale (5% der Fördersumme) für die Koordinierung des Bündnisses und Verwaltung des Projektes. Bei 5.105 EUR sind es zusätzlich 255,25 EUR.